Verwertung der Nebenprodukte

Koordinierung der Aktion 2: ULg campus d'Arlon

 

Zwei Nebenprodukte der Biogaserzeugung werden zurzeit verwertet. Es handelt sich dabei um die Gärreste (das Digestat) und um die produzierte Wärme.

In Projekt OPTIBIOGAZ werden diese Produkte verwertet und gleichzeitig Energieeinsparungen auf den Höfen und in der chemischen Industrie erzielt.

Gärreste

Während des Methanisierungsprozesses wird nicht die gesamte Menge der dem Fermenter zugeführten Ausgangsstoffe in Biogas umgewandelt. Die aus dem Bioreaktor (Fermenter) stammenden Gärreste nennt man Digestat. Dieses Digestat enthält alle Bestandteile der Pflanzen und des Abwassers, aus dem es hervorgegangen ist. Gärreste enthalten demnach große Mengen an Substanzen, die für die Düngung verwendet werden können, wie zum Beispiel Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und für die Anbauflächen unentbehrliche Spurenelemente. In landwirtschaftlichen Versuchen konnte der Düngewert der Gärreste nachgewiesen werden. Die Versuche zeigen sogar, dass Digestat im Vergleich zur herkömmlichen Gülledüngung Vorteile aufweist (weniger geruchsintensiv, partielle Hygienisierung, bodenstrukturierende Stoffe bleiben erhalten, Stickstoff ist in einer Form vorhanden, die Verluste durch Ausspülen und Versickern ins Grundwasser begrenzt). Wenn man Digestat auf Weideflächen ausbringt, wird dadurch das Gras für das weidende Vieh schmackhafter. (Projekt Methan I, Agra-Ost).

Wärme

Ein kleiner Teil der von den Blockheizwerkmodulen erzeugten Wärmeenergie wird für die Beheizung der Bioreaktoren genutzt (15-20 %). Der größte Teil dieser Energie kann jedoch für die Beheizung öffentlicher oder privater Gebäude, zum Trockenen von Holz usw. genutzt werden, vorausgesetzt, dass sich die Nutzer in der Nähe der Fermenter befinden. Diese Art der Nutzung ist allerdings saisonbedingt und vom Heizbedarf abhängig.

Das Projekt OPTIBIOGAZ wird sich gründlich damit befassen, zur Reduktion des Wassergehalts der Gärreste ein Pilotverfahren zum Vakuumtrocknen des Digestats zu entwickeln, welches die Restwärme des Blockheizwerks nutzt. Ziel ist, die Gärrestmengen, die transportiert und ausgetragen werden müssen (Reduzierung der Energieausgaben der Landwirtschaftsbetriebe) so weit wie möglich zu verringern. Durch eine Phasentrennung entsteht ein Digestat-Anteil, der als organischer Festdünger, Einstreu oder Brennstoff verwertet werden kann, und ein flüssiger Anteil, der im Vakuumverfahren getrocknet wird. Aus der Verdampfung entstehen zwei Produkte: ein organischer Flüssigdünger, der sich zum Austragen in der Landwirtschaft eignet, sowie ein mineralischer stickstoffhaltiger Dünger (macht Energieeinsparungen im Bereich der industriellen Herstellung von Mineraldünger möglich).